ODE
| 13.45 |
Deutsche
Odendichtungen
- griechisch = Gesang, Lied
- in der Antike Sammelbezeichnung für alle sangbaren strophischen Dichtungen
- die meisten Oden deutscher Odendichter waren jedoch nicht als singbar gedacht und empfunden
- feierliches Gedicht, ähnlich der Hymne aber gedämpfter
- meist reimlos, mit festgelegter Strophenform
- antike Odenmaße: alkäische, sapphische, asklepiadeische und archilochische Ode
- geprägt von Erhabenheit/ Würde
- bedeutende dt. Odendichter: Klopstock, Hölderlin
- reimlos
- Verse nicht alternierend, sondern setzen Hebungen und Senkungen nach strikten Regeln ein
- in Deutschland Nachbildung antiker Odenstrophen: alkäische, sapphische, asklepiadeische und archilochische Odenstrophe
- die antiken Odenstrophen wurden von den deutschen Odendichtern nicht immer streng eingehalten, oft wurden Variationen eingebaut
Alkäische
Odenstrophe |
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Sapphische
Odenstrophe |
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Asklepiadeische
Odenstrophe |
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Archilochische
Odenstrophe |
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- liedartige Gesellschaftsgedichte, z. B. Lobgedichte, Traueroden
- Vertreter der geselligen Ode: Weckherlin mit "Oden und Gesänge" (1618/19)
- 4 Unterarten:
- 1. pindarische Oden (strophische Dreiteilung)
- 2. höfische Oden (Verherrlichung von fürstlichen und politischen Persönlichkeiten)
- 3. moralisierende und reflektierende Oden in liedartiger Strophenform
- 4. gesellige Gesänge (Themen: v. a. Liebe und Wein)
- höfische Lobgedichte oder Gelegenheitsgedichte (z. B. Hochzeitsoden, Traueroden)
- erste große Zuwendung zur pindarischen Ode durch Gryphius
- verschwand als lebendige Kunstform zu Beginn des 18. Jh.s
- Ansätze zu hohem hymnischen Stil gingen über auf heroische Ode, die an ihre Stelle trat
- höfisch pointierte Huldigung
- steigernde Analogie zur Antike
- rhetorisches Pathos in der Verherrlichung der Herrschertugenden
- Allegorie abstarkter Begriffe
- Zurücktreten des Dichters
- glorifizierende Haltung gegenüber dem Regentem
- moralische Reflexionen, z.T. religiös gefärbt
- wichtige Rolle spielte die Allegorie
- Vertreter: Hagedorn, Haller, Carl Friedrich Drollinger
- setzt ein mit "Freundschaftlichen Liedern" von Immanueal Jacob Pyra und Samuel Gotthold Lange
- Oden, die Sieg und Heldentum besingen
- private Kunstlyrik an Freunde
- Motive: Heroen, Freundschaft, Liebe, Natur
- wichtige Rolle der Allegorie und antiken Mythologie
- Gleim: "Oden nach dem Horaz" (1769)
- Oden Klopstocks
- Klopstocks Absicht: Herzen erschüttern, mitreißen, durchtränken mit Lust und Schmerz
- zeichnet sich aus durch Erhabenheit, Feierlichkeit und unmittelbare Leidenschaft
- => erhabene Poesie in den höchsten, kunstvollsten Formen
- Motive: Freundschaft, Leidenschaft, Liebe
- sprachliche Besonderheiten: Abstraktionskraft des Wortes wird entdeckt
- Gebrauch antiker Mythologie
- Vertreter: Klopstock, Johann Heinrich Voß, Friedrich Leopold Stollberg
- z. B. Klopstocks "Zürchersee" (1750)
- enthält Elemente der Tränenstimmung: Mond, Nachtigall, Tauben
- zentrales Motiv: Sehnsucht
- Neigung zu sanfter Melancholie, zarter Liebe und sentimentalem Naturgefühl
- Vertreter: Hölty
- z. B. Hölty: "Die Maynacht" (1774), "An die Grille", "Auftrag an die Freunde"
- Höhepunkt der deutschen Odendichtung
- nicht ein Charakter vorherrschend, sondern wechselnde Gestaltung, z. B.
- dialektische Reflexionsgedichte: "Sokrates und Alkibiades" (1798)
- Feierlieder: "Tod fürs Vaterland"
- Ich-Gedichte: "Abendphantasie", "Der Main"
- Zwiegespräche der Einzelseele mit dem Kosmos
- Liebesoden: "Abschied"
- Widmungsoden: "Der Prinzessin von Homburg"
- Hölderlins Oden geprägt von einem hohen Stil
- stehen inhaltlich zwischen Klassik und Romantik
Hölderlin:
- alkäische Oden:
- Abendphantasie
- An die Parzen
- An Eduard
- An eine Fürstin von Dessau
- An eine Verlobte
- Dem Sonnengott
- Der Main
- Der Tod fürs Vaterland
- Der Zeitgeist
- Des Morgens
- Die Götter
- Ermunterung
- Rousseau
- sapphische Oden:
- Unter den Alpen gesungen
- asklepiadeische Oden:
- Der Abschied
- Dichtermut
- Heidelberg
- Ihre Genesung
- Sokrates und Alkibiades
Hölty:
- alkäische Oden:
- Auftrag
- sapphische Oden:
- An die Grille
- asklepiadeische Oden:
- Der Kuß
- Die Liebe
- Die Mainacht
Klopstock:
- archilochische Oden:
- An Ebert
- An Giseke
- alkäische Oden:
- An Fanny
- An Johann Heinrich Voß
- Auch die Nachwelt
- Auf meine Freunde
- Der Abschied
- Ihr Schlummer
- sapphische Oden:
- Der Frohsinn
- asklepiadeische Oden:
- Bardale
- Der Zürchersee
- Friedensburg
- Friedrich der Fünfte
August
von Platen:
- sapphische Oden:
- Los des Lyrikers
Johann
Heinrich Voß :
- alkäische Oden:
- Der Maiabend
Josef
Weinheber:
- Ode an die Buchstaben
- Viëtor, Karl: Geschichte der deutschen Ode. 2. Aufl. Hildesheim 1961.
Quelle
: http://www.literaturwelt.com/spezial/ode.html
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